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Ein Leistenbruch - was ist das?

Ein Leistenbruch ist eine Schwellung in der Leiste, die durch eine kleine Lücke in der Bauchwand entsteht. Durch die Lücke können sich Organe aus der Bauchhöhle nach außen vordrängen, meistens Darmschlingen oder bei Mädchen auch ein Eierstock. Der Leistenbruch kann manchmal mehr oder weniger starke Schmerzen in der Leiste machen. Normalerweise kann man die „Schwellung" wieder in den Bauch zurückdrücken, dann lassen die Schmerzen rasch nach, aber die Lücke bleibt bestehen und der Leistenbruch kann jederzeit wiederkommen.

Von alleine verschwindet ein Leistenbruch nicht mehr und es gibt auch keine Medikamente dagegen. Man muss leider in jedem Fall den Leistenbruch durch eine Operation beseitigen.

Diese Operation wird heute meistens nicht mehr wie früher durch einen Hautschnitt in der Leiste ausgeführt, sondern durch eine sehr schonende neue Methode, die sogenannte „Knopflochchirurgie". Dabei werden durch drei ganz winzige Stiche eine Fernsehkamera und Instrumente in die Bauchhöhle gebracht und der Leistenbruch wird von innen zugenäht. Die kleinen Stichwunden am Bauch (wie Mückenstiche) werden danach wieder zugeklebt, es brauchen später keine Fäden gezogen werden. Die ganze Operation findet natürlich in Narkose statt, ihr schlaft tief und merkt davon überhaupt nichts! Auch nach der Operation habt Ihr kaum Schmerzen, vielleicht ein leichtes Zwicken im Bauch - und dagegen gibt's von der Schwester ein Zäpfchen. Normalerweise könnt Ihr dann am späteren Nachmittag wieder mit Euren Eltern nach Hause fahren.

Am nächsten Tag schaut sich Euer Kinderarzt noch mal die Wunden an, Ihr könnt duschen und alles wieder essen und nach zwei oder drei Tagen könnt Ihr wieder in den Kindergarten oder die Schule gehen.

 

Jonathan (3 J.), 6 Std. nach seiner Operation. Bei ihm wurden Leistenbrüche auf beiden Seiten behandelt. Am späteren Nachmittag des Operationstages ging's schon wieder nach Hause!

Die Pfeile markieren seine Narben.