Der Leistenbruch beim Kind besteht aus einem „Bruchsack", der ein meist angeborener erweiterter gangförmiger Fortsatz des Bauchfells ist („offener Processus vaginalis"). Dieser Fortsatz zieht durch eine kleine Muskellücke in oder durch den Leistenkanal. Bei Jungen begleitet er den Samenstrang, bei Mädchen das Halteband der Gebärmutter. Als Inhalt des Bruchsackes findet sich oft eine Darm-schlinge, bei Mädchen manchmal ein Eierstock.
Bildet sich im gesamten oder in einem gekammerten Teil des Bruchsackes eine Flüssigkeitsan-sammlung, spricht man von einem Wasserbruch („Hydrozele"). Leistenbruch und Wasserbruch können auch gleichzeitig vorkommen.
Krankheitszeichen („Symptome")
Von außen sieht man den Leistenbruch als mehr oder weniger große Schwellung in der Leiste. Bei leichtem Druck auf diese Schwellung kann man den Bruch normalerweise zurückdrücken („repo-nieren"). Ist dies nicht möglich und bestehen starke Schmerzen, kann der Bruchsackinhalt „einge-klemmt" sein („inkarzeriert") - in diesem Fall besteht akute Gefahr für die eingeklemmten Organteile und es muss sofort operiert werden!
Ein Leistenbruch kann gar keine, leichte, ziehende oder, besonders bei körperlicher Betätigung, auch stärkere Schmerzen in der betroffenen Leistenregion auslösen.
Bei etwa 10% der Kinder besteht ein Leistenbruch beidseitig, was bei der körperlichen Untersuchung oft nicht auffällt!
Ein Wasserbruch ist normalerweise nicht so schmerzhaft und fällt meist nur durch eine prall elastische Schwellung in der Leiste oder im Hodensack auf.



