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Detaillierte Beschreibung der OP-Technik:

Der Eingriff erfolgt grundsätzlich in Allgemeinanästhesie und dauert durchschnittlich ca. 20 - 30 Minuten.

Über eine kleine Inzision in der Nabelgrube Fassen der Nabelfaszie mit 2 Moskito-Klemmchen, Inzision und Spreizen sowie Sichern der Faszienränder mit je einem Faden. Eröffnen des Peritoneums und Einbringen einer 5 mm-Trokarhülse. Insufflation des Pneumoperitoneums mit CO2-Gas und einer Druckbegrenzung von maximal 8 mmHg und Einbringen einer 5 mm-30° Winkeloptik. Leichte Kopftieflagerung und Inspektion der gesamten Bauchhöhle, dann der Leisten beidseits. Unter Sichtkontrolle Einstechen von zwei 14G-Braunülen in der Medioklavikularlinie beidseits des Nabels und Einbringen von jeweils einem 2 mm-Nadelhalter. Eventuell vorsichtige Reposition vorgefallener viszeraler Organe (Darm, Omentum maius, Ovar). Transkutanes Einstechen einer Prolene-Naht oberhalb des inneren Leistenringes, Fassen mit einem Nadelhalter und vollständiges Hereinziehen der Naht in die Bauchhöhle. Fassen der peritonealen Ränder des offenen Processus vaginalis und Verschluss durch Z-Naht oder Tabaksbeutelnaht mit intrakorporaler Knotung. Evt. noch nicht vollständig verschlossene Hernien ggf. mit 2. Naht endgültig verschließen. Abschneiden und Entfernen der Fadenenden. Bei beidseitigen Hernien gleiche Vorgehensweise auf der kontralateralen Seite. Unter Sichtkontrolle Entfernen der Braunülen, danach des Optiktrokars nach sorgfältiger Desufflation. Setzen einer Scandicain-Quaddel in alle 3 Zugänge und Knoten der vorgelegten Faszienfäden im Nabelgrund. Hautverschluss der 3 Inzisionen mit Dermabond-Hautkleber. Pflaster. 


 

Nachbehandlung: 

In der Regel wird die OP als ambulanter Eingriff durchgeführt.

Am Nachmittag des OP-Tages wird das Kind nach chirurgischer und anästhesiologischer Abschluss-Untersuchung entlassen.

Am ersten post-OP-Tag erfolgt die Kontrolle beim einweisenden Kinder- oder Hausarzt (am Wochenende oder auf ausdrücklichen Eltern-Wunsch auch in unserer Ambulanz).

Der Kindergarten- oder Schulbesuch ist in der Regel ab dem zweiten oder dritten post-OP-Tag wieder möglich,

Eine körperliche Schonung ist in der Regel nicht erforderlich; nur bei relativ großen oder sportlich sehr aktiven Kindern oder bei sehr großen Hernien kann eine Sportbefreiung für ca. 14 Tage sinnvoll sein - in diesen Fällen weisen wir im Entlassungsbrief ausdrücklich darauf hin und informieren auch die Eltern entsprechend.

Duschen ist ab dem ersten post-OP-Tag möglich (der verwendete Hautkleber ist wasserdicht).

Eine Entfernung von Nahtmaterial ist nicht erforderlich, da zum Hautverschluss ein sog. Hautkleber (Dermabond) eingesetzt wird.
 

Vorteile der laparoskopischen OP-Technik:

Klinisch unerkannte Leistenhernien der Gegenseite können problemlos simultan mitversorgt werden.

Die Laparoskopie ermöglicht eine exzellente Übersicht über die gesamte Bauchhöhle, so dass eventuelle pathologische Nebenbefunde mit erkannt und ggf. auch Probeexzisionen entnommen werden können.

Nach den bisherigen Ergebnissen scheint der postoperative Schmerzmittelbedarf geringer zu sein als nach konventioneller OP-Technik.

Das Infektionsrisiko ist bei den winzigen Inzisionen deutlich geringer.

Im Vergleich zur konventionellen Technik ist das allgemeine Operationstrauma bei minimal-invasiv durchgeführten Operationen geringer.

Das kosmetische Ergebnis ist deutlich besser, da keine sichtbaren Narben verbleiben. Herkömmliche Hautinzisionen „wachsen" im Laufe der Kindheit „mit" und können, obwohl initial nur ca. 3-4 cm lang, im Erwachsenenalter über doppelt so lang werden, wie sie ursprünglich einmal waren.

Die möglichen Komplikationen der herkömmlichen OP-Verfahren wie Ductus- oder Gefäßverletzungen, Hodenatrophien oder -aszensionen, Hämatome oder Serome, Narbengranulome treten bei der laparoskopischen Technik deutlich seltener auf, da man sich hierbei „von innen" dem Bruchsack nähert, ohne die darüberliegenden Strukturen im Leistenkanal tangieren zu müssen.

Nach bisherigen Studienergebnissen scheint die Rezidiv-Rate nach laparoskopischer Herniorrhaphie geringer zu sein als nach konventioneller Versorgung.